Ursprünge
Bereits in vorrömischer Zeit siedelten schon Kelten in dem Gebiet um den Zürichsee. Eine Stadt bestand schon zu römischer Zeit, damals hieß sie noch Turicum. Der Name stammt vermutlich aus dem Keltischen.
Frühmittelalter
Ab 260 n. Chr. begannen die Einfälle der Alemannen in das Gebiet der heutigen Schweiz. Nach der Eingliederung Alemanniens in das Reich der Franken wurde 730 das Gebiet von Zürich bei der fränkischen Reichsteilung dem Teilreich Ludwig des Deutschen zugeordnet. Als Stadt wurde Zürich erstmals im Jahr 929 urkundlich erwähnt.
Reichsstadt
Nach der Schlacht bei Winterthur 919 war Zürich wichtiger Stützpunkt des Herzogtums in Schwaben. Vermehrt fanden Feste und Reichstage in der Pfalz auf dem Lindenhof statt. Ende des 12. Jahrhunderts wurde die wichtige Stellung Zürichs mit dem Bau einer ersten Stadtbefestigung unterstrichen. 1219 erhielt der Rat der Stadt Zürich Kompetenzen für eine kommunale Selbstverwaltung. 1262 wurde Zürich dann zur Reichsstadt.
Brunsche Zunftverfassung

Im 14. Jahrhundert kam es zu einer Zunftrevolution der Handwerker. Der Aufstand der Handwerker und Adligen 1336 brachte ihren Anführer Rudolf Brun an die Spitze der Stadt. Er erarbeitete die nach ihm benannte Brunsche Zunftverfassung. Ab diesem Zeitpunkt wurde Zürich von einem Bürgermeister und einem Stadtrat regiert.
Eidgenossenschaft
Zahlreiche Fehden brachten Brun dazu, Unterstützung bei den Habsburgern zu suchen. Doch die Zerstörung und Plünderung der Stadt Rapperswil durch Brun führte dazu, dass Herzog Leopold III. von Habsburg Zürich angriff. Daraufhin suchte Brun ein Bündnis mit den vier Waldstätten (Uri, Schwyz und Unterwalden, Luzern). Am 1. Mai 1351 beschworen die Bürger von Zürich ein ewiges Bündnis mit der Eidgenossenschaft.
Expansion Zürichs und Alter Zürichkrieg
Die Expansion der Stadt Zürich führte zu einem langen Konflikt mit Schwyz am oberen Zürichsee, der im Alten Zürichkrieg endete. Zürichs Bürgermeister Rudolf Stüssi erklärte 1439 Schwyz den Krieg. Die übrigen Eidgenossen unterstützten dabei Schwyz, so dass Stüssi 1440 einen vorläufigen Waffenstillstand annahm. Stüssi erreichte bei Verhandlungen mit dem deutschen Kaiser Friedrich III. von Habsburg, dass Zürich gegen eine Rückgabe der Grafschaft Kyburg an Habsburg die Grafschaften Uznach und Toggenburg übertragen wurde. Die Eidgenossen wollten diesem Bündnis aber nicht zustimmen und erklärten Zürich erneut den Krieg. In der Schlacht bei St. Jakob an der Sihl wurden die Zürcher besiegt und Bürgermeister Stüssi fiel.
1460 und 1468 kämpfte Zürich bei der Eroberung des Thurgaus und im Waldshuterkrieg wieder an der Seite der Eidgenossenschaft. Zürich stieg wegen seiner wirtschaftlichen und militärischen Bedeutung zum Vorort der alten Eidgenossenschaft auf. Auch in den Burgunderkriegen spielte Zürich unter Bürgermeister Hans Waldmann eine führende Rolle. Mit dem Sieg über einen der mächtigsten europäischen Herrscher, Herzog Karl den Kühnen von Burgund, galt Zürich mit der Eidgenossenschaft für kurze Zeit als regionale Grossmacht. Die Bemühungen die Stellung Zürichs in der Eidgenossenschaft weiter auszubauen scheiterten jedoch am Widerstand Berns und der Landkantone. Erst während der Kämpfe in Oberitalien (1500–1522) wurde Zürich dann zum Zentrum der Eidgenossenschaft, da sich die meisten ausländischen Gesandten in der Stadt niederließen und die meisten Tagsatzungen in Zürich stattfanden.
Reformation

1519 wurde Ulrich Zwingli ans Grossmünster berufen. Er begann nach 1523 die Reformation durchzuführen. Durch die Reformation befanden sich die politischen Organe der Stadt faktisch in der Hand der reformierten Geistlichkeit. Die Eidgenossenschaft setzte der Reformation heftigen Widerstand entgegen und versuchte Zürich aus dem Bündnis zu entlassen. Daraufhin rückten die reformierten eidgenössischen Städte St. Gallen, Schaffhausen, Basel und Bern sowie Mülhausen und Biel stärker zusammen. 1528 schlossen die reformierten Orte zur Verteidigung der Reformation mit Konstanz das „Christliche Burgrecht“. 1529 schlossen daraufhin die katholischen Orte die „Christliche Vereinigung“ mit Habsburg. Es kam 1529 zum Ersten Kappelerkrieg, 1531 zum Zweiten Kappelerkrieg.
Aristokratische Stadtrepublik Zürich
Die konfessionelle Spaltung der Eidgenossenschaft dauerte nach den Kappelerkriegen an. Zürich blieb mit den anderen reformierten Städten Süddeutschlands verbunden. Zürich wurde im 16. Jahrhundert zu einem Zentrum der calvinistisch-reformierten Welt. Glaubensflüchtlinge aus Frankreich und dem Tessin ließen sich in Zürich nieder und bewirkten eine wirtschaftliche und geistige Blüte der Stadt Im 16. und 17. Jahrhundert verschloss sich die Bürgerschaft der Stadt immer mehr gegen außen ab und die zuvor praktizierte Beteiligung der Zünfte und der Landschaft an der Regierung kam zu einem abrupten Ende. Im Rahmen des Westfälischen Friedens wurde die Unabhängigkeit der Schweiz vom Deutschen Reich bestätigt und Zürich bezeichnete sich als „Republik Zürich“. 1655 kam es erneut zu Konflikten zwischen katholischen Orten und den Reformierten. Die Schwyz ließ alle reformierten Familien aus Arth vertreiben und es kam zum Ersten Villmergerkrieg. Zürich erlitt erneut eine Niederlage. 1712 kam es zum Zweiten Villmergerkrieg als Zürich zugunsten reformierter Untertanen unter katholischer Herrschaft im Toggenburg die Waffen erhob. Dieser Krieg ging jedoch zugunsten der reformierten Städte aus und brachte das Ende der katholischen Vormacht in der Alten Eidgenossenschaft.
18. Jahrhundert
Das 18. Jahrhundert war in Zürich eine Blütezeit des Geisteslebens und der Kultur. Bedeutende Persönlichkeiten in Zürich brachten der Stadt Berühmtheit ein.
Untergang der Republik Zürich in der Helvetischen Revolution 1798
Im 18. Jahrhundert wurden in Zürich Reformwünsche laut. Auf Druck der Zünfte und der Landbevölkerung kam es daher 1713 zu einer Verfassungsrevision, die aber keine großen Änderungen brachte: der Einfluss der Geldaristokratie wurde etwas eingeschränkt. Daraufhin wurde eine aus Vertretern der Landschaft zusammengesetzte Landeskommission einberufen, um eine Verfassung für Zürich auszuarbeiten. Doch bevor dies geschehen konnte, musste sich Zürich am 29. März 1798 der helvetischen Verfassung Frankreichs unterwerfen. Zürichs Gebiet wurde als Kanton Zürich zu einem Verwaltungsbezirk der Helvetischen Republik.
Zürich in der Helvetischen Republik
Während der Koalitionskriege kam es 1799 zwischen französischen und österreichisch-russischen Truppen in Zürichs Umgebung zweimal zu Kämpfen. In der ersten Schlacht bei Zürich am 4. Juni 1799 wurde die Stadt von österreichischen Truppen besetzt. In der zweiten Schlacht bei Zürich am 25./26. September 1799 siegten die Franzosen. 1802 zogen französische Truppen aus Zürich ab. Napoleons Wirken beendete die politischen Wirren in der Schweiz: die Kantone wurden wieder selbständige politische Einheiten. Die Meditationsverfassung für den Kanton Zürich legte zwar die politische Gleichberechtigung der Landschaften und der Stadt fest, faktisch hatte die Stadt aber dennoch ein Übergewicht.
Nach dem Sturz Napoleons gab sich die Stadt Zürich eine neue Verfassung. Die politische Gleichheit der Landschaft mit der Stadt blieb erhalten, praktisch waren jedoch die Stadtbürger im Rat wieder in der Mehrheit. Die Landschaft wurde in Bezirke eingeteilt und von Oberamtmännern verwaltet. Nach der Volksversammlung zu Uster am 22. September 1830 beschloss die Regierung, eine neue Verfassung auszuarbeiten. Die verfassungsgebende Versammlung war zu zwei Dritteln aus Bewohnern der Landschaft zusammengesetzt, womit die Vorherrschaft der Stadt endgültig gebrochen war.
Das liberale Zürich, Erster und Zweiter Weltkrieg
1845 hatte die radikal-liberale Partei im Rat die Mehrheit und der liberale Winterthurer Politiker Jonas Furrer übernahm den Vorsitz der Regierung. Zürich wurde somit zu einem modernen Zentrum der sich industrialisierenden liberalen Schweiz. Schnell wurde Zürich zum Mittelpunkt von Handel und Verkehr in der Ostschweiz und nahm auch in der schweizerischen Banken- und Versicherungsbranche eine dominierende Stellung ein. Trotz des Abrisses der Stadtbefestigungen, der endgültig die Gleichberechtigung von Stadt und Land symbolisieren sollte, wuchs Zürich nur langsam über die Altstadt hinaus. Bald begann jedoch die große Bauperiode, die mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges ein abruptes Ende fand.
Während des Ersten Weltkriegs war die Situation in Zürich angespannt. Zürich wurde zum Zentrum der linksextremen Agitation der deutschen Schweiz. In den goldenen Zwanziger Jahren entstanden in Zürich moderne Geschäftsviertel.
Als am 10. Mai 1940 bekannt wurde, dass deutsche Truppen die Grenzen zu Holland und Belgien überschritten hatten, kam es erneut zu Spannungen und einer regelrechten Massenpanik. Viele Zürcher verließen die Stadt, viele Emigranten und Juden versuchten sich in Sicherheit zu bringen. Glücklicherweise wurde die Stadt nur Opfer versehentlicher Bombenabwürfe und das Kriegsende brachte Zürich nicht die befürchtete Arbeitslosigkeit, sondern einen nicht erwarteten Boom und Wohlstand. Die Phase der Hochkonjunktur der unmittelbaren Nachkriegszeit endete in den 1960er Jahren. In der 68ern kam es auch in Zürich zu Demonstrationen. Die zweite Krawall-Welle erlebte Zürich zu Beginn der 1980er Jahre. Die Auseinandersetzungen zwischen Stadtregierung, Polizei und Jugendlichen werden als „Achziger-Jahre-Unruhen“ oder „Opernhauskrawalle“ bezeichnet.
1990er Jahre und die Jahrtausendwende
Der Baustopp in Zürich endete 1992 mit der ersten neuen Bau- und Zonenordnung. In Zürich West wurden Industriegebiete neu bebaut und umgestaltet. Zahlreiche Projekte wie Sihlcity, City-Süd, Maag-Tower etc. wurden geplant. Die rasante Modernisierung hat Zürich zu einer pulsierenden Metropole gemacht – daher gilt die Stadt seit dem 19. Jahrhundert als heimliche Hauptstadt der Schweiz.