Schweiz
Die Schweizerische Eidgenossenschaft, meist nur kurz Schweiz genannt, liegt in Mitteleuropa. Der Name Schweiz ist die hochdeutsche Form von Schwyz und bezeichnet ursprünglich einen Kanton. Da die Schweiz viersprachig ist heißt sie auch Confédération suisse, Confederazione Svizzera und Confederaziun svizra. Das CH des Autokennzeichens kommt aus dem Lateinischen von Confoederatio Helvetica. Die Schweiz grenzt nördlich an Deutschland, östlich an Liechtenstein und Österreich, südlich an Italien und westlich an Frankreich. Hauptstadt ist Bern.
Das Besondere an der Schweiz ist, dass sie weder ethnisch noch religiös oder sprachlich eine Einheit bildet und sich dennoch als Nation versteht. Das Nationalgefühl liegt in einer gemeinsamen Geschichte sowie vor allem einer politischen Grundeinstellung begründet. Letztlich sorgt das Wissen ein Sonderfall zu sein in der Schweiz für ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl - trotz kultureller und sprachlicher Unterschiede.
Die Schweiz ist ein föderalistischer Bundesstaat mit 26 Kantonen:
Zürich, Bern, Luzern, Uri, Schwyz, Obwalden, Nidwalden, Glarus, Zug, Freiburg, Solothurn, Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Schaffhausen, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, St. Gallen, Graubünden, Aargau, Thurgau, Tessin, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf, Jura.
Offizielle Landessprachen sind Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch. Amtssprachen des Bundes sind Deutsch, Französisch und Italienisch. Die Bundesverfassung sieht vor, dass im Verkehr mit Personen rätoromanischer Sprache auch das Rätoromanische Amtssprache ist. Die Kantone dürfen selbst entscheiden, welche Sprache Amtssprache in ihrem Kanton ist. Allgemein gilt: Wer aus einem anderssprachigen Landesteil zuzieht, hat kein Recht darauf, in seiner angestammten Sprache mit den neuen Kantons- und Gemeindebehörden zu verkehren. Dieses Prinzip nennt sich Territoritalitätsprinzip. Als offiziell zweisprachig gelten die Gemeinden Biel/Bienne, Freiburg i. Ü./Fribourg oder Murten/Morat. Im Kanton Graubünden sind viele Gemeinden offiziell rätoromanischsprachig, dennoch dominiert Deutsch, so dass im Alltag Schweizerdeutsch geredet wird. In der Deutschschweiz wird kein Hochdeutsch gesprochen, sondern ausschließlich Schweizerdeutsch. Es gibt zahlreiche regionale Dialekte oder Mundarten. Die deutsche Standardsprache beherrschen die meisten
Schweizerdeutschen nicht mal mehr aktiv. Es ist die Sprache der Schrift, des Lesens, nicht des Sprechens. So wird die Hochsprache zwar in der Verfassung als eine der vier offiziellen Landessprachen definiert, bleibt aber für den Großteil der deutschschweizerischen Bevölkerung praktisch eine Fremdsprache.Der Mythos des viersprachigen Schweizer entspricht trotz der sprachlichen Vielfalt in der Schweiz keinesfalls der Realität. Die wenigsten der Schweizer wachsen tatsächlich mehrsprachig auf. Ein Großteil der Schweizer beherrscht allenfalls eine oder zwei weitere Landessprachen. Problematisch dabei ist auch, dass Nicht-Schweizerdeutsche die deutsche Standrardsprache lernen und im Kontakt mit Schweizerdeutschen feststellen müssen, dass diese eine völlig andere Sprache sprechen; nämlich Schweizerdeutsch.